Uranus im Stier

 

Am 15.05.2018 um 17 Uhr 24 tritt Uranus, von einem Neumond begleitet, in das Stierzeichen ein. Zunächst wird er bis zum 6. 11. 2018 im Stier bleiben, bevor er dann noch mal in den Widder zurück kehrt. Sein endgültiger Eintritt ist am 06.03.2019, wo er dann für 7 Jahre im Stierzeichen bleiben wird. 

 

Dieser sogenannte Ingress dürfte für dieses Jahr das bedeutendste Ereignis sein und einen Vorgeschmack für den kommenden Zeitgeist geben. Schließlich erleben wir den Übergang in das Wassermannzeitalter, und Uranus gilt als der Herrscher des Wassermanns, so daß dieser Planet eine wichtige Rolle in dieser Zeit spielt. Zudem wechselt Uranus nur alle 7 Jahre das Zeichen, weshalb ein Zeichenwechsel immer ein bedeutsamer Moment ist.

 

Uranus steht für Freiheit, Unabhängigkeit und für Veränderung. Uranus Transite haben etwas Unberechenbares an sich

und können von einem Moment auf den Anderen die Welt auf den Kopf stellen. Als Uranus im März 2011 in das Widderzeichen eingetreten ist, gab es die große Sturmflut vor Japan, die eine atomare Katastrophe auslöste. Im fixen Erdzeichen Stier dürfte sich die Energie höchstwahrscheinlich auf einer weniger drastischen Weise bemerkbar machen. Nichtsdestotrotz ist es bei dem Mars Uranus Quadrat angebracht, vorsichtig zu agieren, nichts zu überstürzen und keine Idee (Ideologie) mit Gewalt voran zu treiben. Der Neumond im Stier zeigt es an, daß es ein vorsichtiger Neubeginn sein sollte.

 

 

Aber wie verhält sich der Uranus, der gerne für Unruhe sorgt, im Stier, der bekannt für seine Vorliebe ist, daß alles am besten so wie immer bleiben möge? In der klassischen Astrologie steht Uranus im Stier im Fall, weshalb es ihm schwerfällt, seine Qualitäten zu entwickeln. Hier kann der geniale Geistesblitz wohl auch mal von der Sturheit des Stiers blockiert werden.

 

Vielleicht besteht hier die Aufgabe, in den kommenden Jahren flexibler zu werden und gleichzeitig auf das Machbare zu achten. Bodenständigkeit gepaart mit einer Prise Genialität. Die Qualität des Wassermanns, dessen Energie immer konkreter zu spüren sein wird, besteht darin, in beiden Welten, der geistigen und der materiellen, zu Hause zu sein. Dies sollte sich jeder, der ein spirituelles Bewusstsein entwickeln möchte, zu Herzen nehmen. Saturn im Steinbock wird uns weiterhin konsequent mit der irdischen Realität konfrontieren, so daß wir schnell zu spüren bekommen dürften, welche Ideen sich realisieren lassen. 

 

Beim Stier geht es auch um das naturnahe Erleben, um Sinnlichkeit, um körperliche Erfahrungen, um die Kunst, den eigentlichen Wert zu entdecken und das Leben zu genießen. Wo bisher eine gewisse Trägheit uns daran gehindert haben könnte, das eigene Leben mit all seinen dazu gehörigen Ressourcen (Talente) voll auszukosten, könnte nun ein neuer geistiger Kanal uns dazu verhelfen, ein kreatives Potenzial zu entfalten, von dem wir gar nicht gewusst haben, daß es in uns schlummert.

 

Der Stier ist auch bekannt dafür, daß er sich gerne abgrenzt und sich über materielle Werte und Besitz definiert. Hier kann uns Uranus dazu auffordern, uns mehr dem Kollektiv hinzuwenden. Wir leben im Überfluss und haben in materieller Hinsicht alles, was wir brauchen, und noch viel mehr von dem, was wir überhaupt nicht brauchen. Daher können Themen wie Umverteilung, Tauschgeschäfte und Wiederverwertung demnächst eine noch größere Bedeutung bekommen. 

 

Es erfordert Überwindung, alte Gewohnheiten abzulegen und sich auf das Unbekannte einzulassen. Wir haben alle diesen manchmal bequemen Stier in uns, der einfach nur in Ruhe auf der Wiese grasen möchte, weil es bekannt und vertraut ist und somit ein Gefühl der Sicherheit verleiht.

 

So gesehen könnte dieser Uranus Ingress uns in unserer Ruhe stören und uns aus dem Trott bringen. Vielleicht müssen wir Einschnitte hinnehmen oder den plötzlichen Verlust von Wohlstand verkraften. Es können auch Veränderungen im Finanzwesen stattfinden. Die Abschaffung des Bardgeldes ist ebenso möglich wie die Einführung des Grundeinkommens.

 

Es können Erfahrungen sein, die uns dazu ermutigen, neu über den Begriff Sicherheit nachzudenken. Wir leben in einem System, dessen Strukturen ein hohes Maß an Sicherheit versprechen. Wir sind es gewohnt, uns zu versichern und abzusichern. Aber was ist mit unserem eigentlichen Urvertrauen ins Leben?! Wer vermag schon auf Gott zu vertrauen, auf seine höhere Führung zu hören, sich auf die innere Gewissheit zu verlassen, daß für ihn gesorgt wird?! Wo wir uns möglicherweise zu stark absichern, dort kann Uranus demnächst für Unsicherheit sorgen. Was immer auch passiert, es werden Weckimpulse sein, die wir benötigen, damit eine Bewusstwerdung für die Kräfte des Lebens geschehen kann. 

 

 

Wir sollten bei alldem nicht vergessen, daß es beim Stier letztendlich nicht um unsere Ersparnisse geht, sondern um ein viel höheres Gut, nämlich um unsere Natur, um unsere Mutter Erde. Was kann uns wertvoller sein als unsere Erdgöttin Gaia, die nun vom Himmelsgott Uranos besucht wird? Hier begegnen sich Natur und Geist, und wir können uns für die mystische Welt der Naturgeister öffnen. Wer einmal erkannt hat, daß die Natur beseelt ist, der wird die Welt danach mit neuen Augen sehen. Vielleicht wird der nächste Baum, der gefällt werden soll, vorher um Erlaubnis gefragt.

 

Mit Uranus im Stier können wir empfänglich dafür sein, um eine Vision von der idealen Welt zu bekommen und sie konkret werden zu lassen. Wenn wir erkennen, daß wir in einem kollektiven Bewusstsein mit der Erde verbunden sind, dann werden wir zu Mitschöpfern und können uns für die neuen Impulse öffnen, um mit unserem neuen Wissen aktiv mitzugestalten.