Ein Traum

Diese Tage muß ich öfters an einen Traum denken, den ich vor 12 Jahren an der französischen Atlantikküste hatte. Ich kann mich noch genau an die Stimmung erinnern. Es war im Frühling und wir hatten den Tag am Strand verbracht. Auf der Rückfahrt besuchten wir noch eine alte Ruine, bevor wir uns wieder ins Auto setzten, um zurück nach Nantes zu fahren. Wir waren alle müde und schweigsam. Ich mußte ganz kurz eingeschlafen sein.

 

Mir träumte es, daß ich in einem Boxring gegen einen Mann kämpfte. Ich war wild entschlossen, diesen Mann zu besiegen und kämpfte mit einem verbissenen Siegeswillen. Aber dieser Mann war unglaublich stark und streckte meine Angriffe mit einer Leichtigkeit nieder, die mich frustrierte. Auf welcher Weise ich ihn auch angriff, er war mir weitaus überlegen. Schließlich gab ich auf. Daraufhin kam er auf mich zu, reichte mir seine Hand und gratulierte mir zum Sieg.

 

Als ich aus dem Kurzschlaf hoch schreckte, nahm ich für einen Moment die Welt mit anderen Augen war. Ich wußte sogleich, welche Botschaft darin enthalten war, aber mir fehlte der Bezug zu meiner damaligen Lebenssituation. Ich konnte ja nicht wissen, daß dieser ermüdende Kampf noch vor mir lag.

 

Manchmal wird man genötigt, eine gewisse Erfahrung zu machen, um etwas zu lernen und zu verinnerlichen. So kann auch ein scheinbar vergeblicher Kampf erst seinen verborgenen Sinn enthüllen, indem man zu kämpfen aufhört.