Rauhnächte

Morgen am 21. Dezember, zur Wintersonnenwende, beginnen die Rauhnächte, und dauern bis zum 02. Januar an. In der längsten Nacht des Jahres öffnen sich die Tore zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Die Grenzen zwischen den Welten sind durchlässiger und können leichter durchschritten werden. Nach alter Überlieferung beginnen die Geister ihre wilde Jagd. 

Die Dunkelheit herrscht über das Licht, welches gleichzeitig seine Wiederauferstehung feiert. Es ist eine Zeit der Einkehr und der Blick wendet sich nach innen. Es ist gut, in diesen Tagen alles einen Schritt langsamer zu machen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der rückläufige Merkur verhilft uns dazu.

Es gibt viele Möglichkeiten, den Alltagstrott zu durchbrechen und die Frequenz der Wahrnehmung zu verschieben, um sich für andere Impulse zu öffnen. In der Abenddämmerung alleine durch den Wald zu wandern, aufmerksam in sich hinein zu spüren oder jede noch so kleine Tätigkeit langsam und bewußt zu machen. Die Zeit ist dafür geeignet, sich auf seine Träume zu konzentrieren, die Zwischentöne wahrzunehmen, auf Eingebungen und Ahnungen (die Ahnen) zu achten. Zu oft meiden wir Stille und Einsamkeit, um auch die feinstoffliche Welt wahrzunehmen, die uns ständig umgibt. 

Wie hier im Bayerischen Wald gibt es immer noch traditionelle Veranstaltungen zu den Rauhnächten. Einige sehen darin vielleicht eine gruselige und unterhaltsame Abwechslung, andere werden diese Nächte mit einem Verständnis für die Anderswelt begegnen.

 

Menschen mit einer Fische Betonung oder einem starken Neptun im Geburtshoroskop sind von Natur aus feinfühlig und empfänglich für die subtileren Impulse, die in diesen Tagen leichter wahrzunehmen sind. Mit ihren feinen Antennen können sie Dinge spüren, die nur schwer einzuordnen sind. Oftmals werden diese Impulse unterdrückt oder vom Verstand negiert, weil es schwierig ist, genau zu erfassen, worum es eigentlich geht. Wichtig ist nur, für sich selbst zu registrieren, was wahr genommen wird. Es ist nicht immer wichtig, eine Zuordnung oder eine Erklärung zu finden. Im Grunde reicht es aus, auf das zu achten, was wahr genommen wird. Es ist gar nicht schlimm, daß wir nicht alles verstehen.