Astrologie im Alltag

Ich bin ganz erstaunt, wie präsent die Astrologie im öffentlichen Leben ist. Manchmal muss man nur kurz inne halten und bewusst hinsehen, um es als das zu erkennen, was es ist: nämlich ein Bekenntnis zur menschlichen Natur, die vom Kosmos durchdrungen ist. Anscheinend haben die Menschen nie aufgehört, ihre alten Götter zu ehren.

Für mich ist es ein Zeichen dafür, wie lebendig und gegenwärtig die Astrologie ist. Selbst wenn sie in Form von Unterhaltung präsentiert wird, so hat sie doch ihren Platz und bekommt einen Ausdruck. So ist die Astrologie seit tausenden von Jahren ein fester Bestandteil des kollektiven Bewusstseins. Das Einzige, was sich ändert, ist die Art und Weise, wie in der Öffentlichkeit mit ihr umgegangen wird. Ob als göttlicher Schicksalsspruch gefürchtet oder als Aberglaube belächelt; sie lädt nach wie vor dazu sein, sich mit ihr zu beschäftigen.  

 

Mars, der römische Kriegsgott. Mars steht sei je her für Männlichkeit, für unsere Willensstärke, für die Lebenskraft, die wir brauchen, um unseren Weg zu gehen und uns durch zu setzen. Wenn es sein muß, beißen wir dafür auch mal in den Schokoriegel. Deshalb steht Mars auch für Kraft und Energie, für sportliche Anktivität, für die gesunde Aggression, die uns Vitalität und Selbstbewußtsein verleiht. Je nachdem, in welchem Zeichen er steht und wie er aspektiert ist,  zeigt er den Grad unserer Entschlossenheit und unsere Konfliktbereitschaft an.

Merkur, der Götterbote, der Gott der Händler und der Diebe. Merkur steht auch für die Kommunikation. Ob wir uns dafür in der Hotellobby hinsetzen und gemeinsam einen Kaffee trinken oder die Tageszeitung durchblättern. Bei Merkur geht es immer darum, wie wir Informationen verarbeiten und weiter geben.

Venus, die Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit und der Schönheit. Sie beschreibt unser erotisches Verlangen und das, was wir als anziehend empfinden. Wir investieren viel Zeit in unser Aussehen und unser Wohlbefinden. Friseure, Schönheitssalons und Wellness - Oasen. Es ist uns ein tiefes Bedürfnis, unseren Körper zu gestalten und zu genießen. Die Venus steht unter anderem für das Selbstwertgefühl, was unsere wichtigste Basis für ein glückliches Leben ist.   

Jupiter, der Himmelsgott und Gott - Vater. Er steht für das Prinzip der Ausdehnung und Expansion. Wie ein Leuchtturm

kann er uns zeigen, wo wir im Leben Glück und Erfüllung finden können. Er kann unserem irdischen Dasein Bedeutung verleihen, und er kann uns auch mit dem nötigen Vertrauen ausstatten, um uns auf den Weg der Sinnsuche zu begeben. Wo Jupiter steht und leuchtet, dort möchten wir etwas von dem göttlichen Glanz erhaschen. 

Saturn, der Gott der Begrenzung. In der irdischen Existenz unterliegen wir seinen Gesetzen, und wir fühlen uns oftmals gar nicht wohl in seiner Gegenwart. Aber Saturn will uns etwas lehren, und zwar die Konzentration auf das Wesentliche. Er will die Dinge wieder in Ordnung bringen. Wenn wir nicht gehorsam sind, nötigt er uns zur Disziplin und zu harter Arbeit. Schließlich ist er auch der Herr der Zeit und Hüter der Schwelle. Durch ihn erfahren wir auch, daß alles einmal zu Ende geht. Elektroartikel sind davon nicht ausgeschlossen. 

Uranus, der Gott des Unerwarteten und Plötzlichen. Wo Saturns Prinzipien zu viel Strenge und starre Formen geschaffen hat, benötigt es manchmal etwas vom uranischen Geist, der blitzartig für Erneuerungen sorgen kann. Bei Uranus geht es um Freiheit und Unabhängigkeit. Es müssen nicht immer gleich die großen Revolutionen sein. Manche Ideale können auch mit der elektrischen Gitarre erreicht werden.  

Neptun, der Meeres Gott. Es wird unbewußt und auch diffus. Vor lauter Fischen sehen wir manchmal das Wasser nicht. Irgendetwas treibt uns an und wir wissen nicht, was es ist. In Neptuns Welt steigen wir in die höheren Spähren. Es geht um eine tiefe, schwer zu stillende Sehn - Sucht. Es ist das kosmische Heimweh, die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies. Das ist in der irdischen Realität nur schwer zu erreichen. Aber wir können eine spirituelle Weltsicht bekommen oder Momente des Mitgefühls erleben, die uns beglücken und bewußt machen, daß diese Welt grenzenlos ist. Wichtig ist nur, daß wir Bodenkontakt behalten. Manchmal reicht es auch aus, am Strand spazieren zu gehen und ein Fischbrötchen zu essen, um mit Neptun in Berührung zu kommen. 

Pluto, der Gott der Unterwelt. Wo Pluto steht, erfahren wir Macht und Ohnmacht. Plutonische Beziehungen und plutonische Zeiten sind intensiv. Wir werden mit unseren destruktiven Anteilen konfrontiert. Jetzt geht es darum, die Maske abzulegen und den Mut aufzubringen, um sich mit dem auseinander zu setzen, was wir verdrängt haben. Pluto ist eine bezwingende Kraft und die plutonische Unterwelt ist dunkel und abgründig. Wer diese Konfrontation auf sich nimmt, kann eine tiefgreifene Wandlung erfahren. Mehr noch als in der Sauna kann es zu einem umfassenden Reinigungsprozeß kommen.